Wie lässt sich Künstliche Intelligenz im Content Marketing einsetzen?

Sundar Pichai, CEO von Google, sagte einmal, dass Künstliche Intelligenz (KI) eine der wichtigsten Technologien sei, an denen die Menschheit momentan arbeitet. Sie sei bedeutsamer als Strom oder Feuer. Dieses Zitat hat branchenübergreifend Wellen geschlagen – auch unter Content-Marketern. Doch wohin genau entwickelt sich Künstliche Intelligenz? Und wie lässt sie sich im Content Marketing einsetzen? Antworten auf diese Fragen hat der Gründer des Marketing AI Instituts, Paul Roetzer.

Was ist KI?

Roetzer erinnert sich gern an Silvester 2017, als ein Bloomberg-Journalist über Dinge tweetete, die es vor 10 Jahren noch nicht gab. 2007 hatten wir weder Instagram noch Snapchat, Alexa oder Slack. Das iPhone war gerade geboren, doch nicht einmal Steve Jobs konnte ahnen, welchen Einfluss es einmal haben würde. Dasselbe gilt für Künstliche Intelligenz.

Roetzer zufolge kann KI einige unserer Tätigkeiten in einem Maßstab ausführen, der für uns unmöglich ist. KI ist bereits allgegenwärtig. Wir nutzen sie jeden Tag, ohne es immer zu bemerken. Von Facebooks Gesichtserkennungssoftware über das Taggen von Personen in Fotos bis hin zu Google Maps und Siri ist KI ein integraler Bestandteil des modernen Lebens. Und sie entwickelt sich weiter. KI wird jeden Tag hilfreicher und personalisierter

KI versucht Maschinen durch Deep Learning beizubringen, wie das menschliche Gehirn zu denken. Bei Content-Marketing-Anwendungen stehen Natural Language Processing und Natural Language Generation im Vordergrund. Doch wie genau lässt sich KI im Content Marketing einsetzen?

Die 5 Ps für die ersten Schritte mit KI

Bereits heute wird KI genutzt, um schneller bessere und präzisere Inhalte zu erstellen. Die Associated Press berichtet, dass sie mithilfe von KI-Systemen die Anzahl der publizierten Gewinnberichte von 300 auf 3.000 pro Quartal steigern konnte. Die Washington Post veröffentlichte 2016 maschinell erstellte Artikel über Schulsport, Olympische Spiele und Wahlen. Die Zukunft ist also bereits allgegenwärtig. Wenn Sie datenbasierte Inhalte produzieren, sollten Sie sich dieser Entwicklung anschließen.

Wie Sie dabei vorgehen können, erklärt Roetzer anhand von 5 Ps.

  • Planung

Definieren Sie zunächst Ihren Ausgangspunkt und Ihre Ziele. Hier können Sie etliche Software-Lösungen einsetzen, die Ihnen nützliche Einsichten liefern. Erfassen Sie zum Beispiel Informationen über Wettbewerber oder überwachen Sie Ihren digitalen Anzeigenplatz. Oder finden Sie heraus, wie viel andere Unternehmen für Anzeigen ausgeben und welche Kanäle sie nutzen. Außerdem können Sie Content bestimmten Stationen der Customer Journey zuordnen sowie Keywords und Themencluster identifizieren. Im Vergleich mit früheren Veröffentlichungen lässt sich dann vorhersagen, wie erfolgreich Ihre Inhalte sein werden.

  • Produktion

Einige Softwarefirmen behaupten, dass von Maschinen erstellte E-Mail-Betreffzeilen zu 98% besser sind als die von Menschen. Die Erkenntnisse basieren auf der Analyse etlicher Daten – und wohl kaum jemand möchte 100.000 E-Mails vergleichen. Stellen Sie sich vor, die Content-Erstellung zu skalieren sowie zugleich sprach- und marktübergreifend alle Markenrichtlinien umzusetzen und den richtigen Tone of Voice zu verwenden. Das ist der Traum eines jeden Content Marketers.

Mit KI können Content Marketer nicht nur die Erstellung von datenbasierten Inhalten automatisieren, sondern auch Einsichten darüber gewinnen, worüber sie schreiben sollten. Dabei geht es nicht darum, Menschen durch Maschinen zu ersetzen. Roetzer zufolge bereichert KI die Ergebnisse von Content-Erstellern jedoch.

  • Personalisierung

Momentan fließt viel Marketing-Budget in Bots. Das gilt vor allem für Bots, die zum richtigen Zeitpunkt Gespräche mit potenziellen Kunden beginnen. Natürlich können wir uns auf Studien verlassen, die besagen, dass E-Mails am besten donnerstags um 14 Uhr versendet werden. KI liefert jedoch tiefergehende Erkenntnisse. Sie sagt Ihnen, wann genau ein bestimmter Kundentyp einen Newsletter öffnet.

Unabhängig von der Anzahl unserer Abonnenten handeln wir meist nach dem Gießkannenprinzip. Wir stellen eine Regel auf, eine E-Mail zu einem bestimmten Zeitpunkt zu versenden, und hoffen das Beste. KI dagegen kann Ihre Zielgruppe genau segmentieren. Angenommen, nur 1% der Empfänger öffnet E-Mails, die sonntags um 23 Uhr ankommen. Ein KI-System würde sicherstellen, dass die Nachricht bis 22.45 Uhr im Posteingang ist.

  • Promotion

Sollte eine Wiedergabetaste grün oder blau sein, damit Verbraucher sie anklicken? Auf diese und ähnliche Fragen haben Menschen keine gesicherten Antworten. Was kein Problem ist, denn Maschinen können solche Fragen schneller, genauer und effizienter für uns beantworten.

Ausgehend von Daten kann Künstliche Intelligenz Social-Media-Updates erstellen, ein passendes Bild wählen, Hashtags einfügen und den optimalen Zeitpunkt für die Veröffentlichung bestimmen. Software, die KI verwendet, empfiehlt Farben und Hashtags und passt das Versanddatum je nach Empfänger an. Außerdem verwendet sie den jeweils optimalen Kanal, um jeden Beitrag so effektiv wie möglich zu machen. Für Menschen ist effizientes Arbeiten in dieser Größenordnung unmöglich.

  • Performance

Wir wollen nicht nur perfekten Content erstellen, sondern auch vorhersagen, welche Veröffentlichung besonders erfolgreich sein wird. Unternehmen wie Amazon und Google liefern uns datenbasierte Empfehlungen für unsere Suchen. Analog dazu müssen wir Inhalte erstellen, die Verbraucher optimal ansprechen. Das Sammeln und Interpretieren der relevanten Daten braucht Zeit. Auch hier sind Maschinen effizienter. So können Autoren sich darauf konzentrieren, die eigentlichen Markenbotschaften zu erarbeiten.

Mit KI in die Zukunft

Um KI im Content-Bereich zu implementieren und auch in Zukunft effektiv zu nutzen, sollten Führungskräfte die Tätigkeiten anschauen, die sie und ihre Autoren jeden Tag erledigen. Roetzer empfiehlt, manuelle und repetitive Tätigkeiten von KI ausführen zu lassen. Auch bei Entscheidungen oder Inhalten, die auf der Grundlage von Daten getroffen bzw. erstellt werden, kann KI zum Einsatz kommen. Dabei sollten Content-Manager sowohl die KI-Fähigkeiten ihrer bestehenden Marketing-Technologien berücksichtigen als auch das Potenzial neuer Lösungen erkunden. Roetzers Fazit: Mit dem intelligenten Einsatz von Software bleibt Autoren mehr Zeit, um intelligente Inhalte zu erstellen.

Sie möchten mehr von Paul Roetzer hören? Hier können Sie seinen Vortrag auf der Acrolinx Content Connections 2018 ansehen:

Erfahren Sie, wie Top-Unternehmen effiziente Inhalte erstellen

Vor Kurzem hat Acrolinx eine internationale Studie unter mehr als 250 Content Professionals durchgeführt, um ihre Praktiken, Ziele und Herausforderungen bei der Content-Erstellung zu analysieren. Die Studie enthält hilfreiche Empfehlungen, die jeder Content Professional umsetzen kann. Laden Sie sie unten herunter.

Content 2018: Die effektivsten Ansätze zur Erstellung von Inhalten

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